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Turbulenzen

Hallo Freunde des regelmäßigen Blogs, jetzt, wo ich wieder so oft schreibe, lohnt es sich, den RSS-Feed zu benutzen, um auch ja kein slowakisches Abenteuer mehr zu verpassen…

Das letzte Abenteuer hatte ich allerdings in 10.000m über der Erde, auf meinem Rückflug von Hahn nach Bratislava. Irgendwo über Österreich gerieten wir in die stärksten Turbulenzen, die ich je auf einem Flug erlebt habe. Aber das Abenteuer begann ja schon viel früher…

Am Dienstag wollte ich also um 20h von Hahn im Hunsrück aus starten. Um auch rechtzeitig dort zu sein, musste ich allerdings schon um halb vier den Bus am Kölner Hbf. nehmen, also schon um halb drei den Zug von Bonn nach Köln. Also machte ich mich nach einem guten Mittagessen auf, um 7,5 Stunden unterwegs zu sein, wobei der Flug lediglich 1,5 Stunden dauern sollte. So macht fliegen aber keinen Spaß, da fahr ich lieber 11 Stunden Auto… Nein, geht ja auch mit GermanWings über Wien.

So hatte ich also auch im Flughafen viel Zeit und da ich nur mit Handgepäck reiste auch noch einen Priority-CheckIn, was bedeutete, dass ich vor der Meute in den Flieger durfte. Allerdings fing gegen 19h, also sechs Stunden nach meiner letzten Mahlzeit, mein Magen an zu knurren, worauf hin ich mich dazu entschloss, mir im Flieger ein Menu zu gönnen und mir erst mal nur meine beiden Schoko-Riegel rein zu pfeifen. Und so orderte ich auf meinem Rückbanksitz in der Luft ein Stück Pizza und einen Eistee.

Während ich allerdings noch auf die Pizza wartete, kündigte der Pilot uns Turbulenzen an, und ermahnte uns, angeschnallt in den Sitzen zu bleiben und die Verstau-Klappen über unseren Köpfen nicht mehr zu öffnen. So begann das Flugzeug schon heftig zu schaukeln als ich meine Pizza denn endlich essen konnte. Als ich dann allerdings bei immer heftigeren Erschütterungen versuchte, auch noch meinen Becher Eistee zu leeren, bekam ich diesen nicht mehr richtig zum Mund. Es ist schwierig, ohne Gesten zu beschreiben, aber der Flieger wurde so heftig durch die Luft gewirbelt, dass mein Arm unkontrolliert hin und her geschleudert wurde, so dass ich den halben Becherinhalt meinem Vordermann über den Sitz und gegen die Seitenwand schüttete. Als ich dann endlich den Becher am Mund hatte, leerte ich ihn auf einen Zug, und begab mich sofort daran, die von mir verursachte Schweinerei zu beseitigen. Durch das Fenster sah ich, wie durch die Turbulenzen die Flügel wie die von Vögeln auf und ab schwangen. Mehrere Meter Spiel hatten die Flügelspitzen; ein unheimlicher Anblick. Todesangst hatte ich zwar nicht, aber ein bisschen fürchten musste ich mich schon. Als nach langen 20 Minuten endlich wieder ein bisschen Ruhe einkehrte, fingen die Jungs um mich herum an, Witze zu machen. ich stimmte gerne mit ein, und fragte, ob sie denn auch die Abenteuer-Option auf ihrem Buchungsformular angeklickt hätten. Sie machten einen von den Jungs verantwortlich, der den Piloten bestochen hätte, den Flug nicht immer so langweilig zu gestalten.

Immerhin bin ich heile wieder runter gekommen, der Pilot hat seinen ihm gebührenden Applaus bekommen, gestern ist die Slowakei im Viertelfinale der Eishockey-WM gegen Schweden ausgeschieden, und heute scheint endlich wieder die Sonne…

Das Leben ist schön!

Rusovce und Banska Stiavnica

Der Blick vom Berg ins Tal – Landschaft so weit das Auge reicht

So, es geht weiter. Ohne Stress komm ich auch wieder regelmäßig zum Schreiben…

Letzte Woche habe ich ihn entdeckt: den FKK-Badesee von Bratislava. Na ja, nicht 100% FKK, aber das Nacktbaden ist dort ausdrücklich erwünscht, wobei die etwas scheueren Menschen dort auch in Badeklamotten anzufinden sind. Nachdem ich am Donnerstag endlich erfahren hatte, welcher der vielen Seen um Bratislava derjenige welcher ist, packte ich ein Picknick ein, und fuhr mit dem Auto los in Richtung ungarische Grenze. Dort ließ ich mein Auto am Rande des Dorfes Rusovce, etwa 10km südlich von Bratislava, und machte mich zu Fuß auf ins Naturschutzgebiet der Donau-Auen, wo ich denn auch den kleinen ehemaligen Baggersee fand. Ich wollte gleich ein paar Fotos schießen, aber leider ließ mich der Akku meines Handys im Stich. Na ja, vielleicht bin ich morgen nochmal dort, dann kann ich das nachholen.

Dort unten liegen Rusovce und der FKK-See

Ich verbrachte dort also einen sonnigen Nachmittag inmitten der etwa 20 anderen nackigen Sonnenanbeter, die aus dem normalen FKK-Publikum bestanden. Also der Großteil über 60, ein paar Schwule und Lesben und der Rest gestreut durch Geschlecht und Alter. Aber ich denke schon, dass ich einer der Jüngsten dort war, während man in Deutschland ja doch öfter Familien antrifft. Egal…

Wir fahren auf Klassenfahrt

Von Freitag bis Sonntag bin ich dann mal wieder mit dem ISN (International Student Network), die auch schon den Ski-Trip organisiert hatten, auf Tour gewesen. Diesmal ging es in die ehemalige Bergbaustadt Banska Stiavnica, bzw. in eine Hütte an einen benachbarten See namens Pocuvadlo. Wir waren knapp 20 Leute aus diesmal nicht ganz so vielen Nationen wie letztes Mal. Auch waren diesmal 9, also etwa die Hälfte Slowaken dabei. Aber das war auch nicht so schlimm…

Blick vom Zimmer in Richtung See (direkt hinter den Bäumen)

Nach 3,5 Stunden Busfahrt belegten wir erst mal die Zimmer. Die slowakischen Pärchen bekamen Doppelzimmer, der Rest wurde Klassenfahrtsmäßig in Mädchen- und Jungenzimmer aufgeteilt. Ging aber auch genau auf… Danach ging die Grillparty los, aber was war mit mir? Ich fühlte mich irgendwie nicht so gut, und machte lieber ein kleines Nickerchen vor dem Feiern. Als ich eine Stunde später am Grillplatz ankam, war alles schon im Gange. Ich gesellte mich also zu den Leuten, merkte aber schnell, dass es mir zu kalt wurde, obwohl ich direkt am Feuer saß. Egal, ich hatte ja noch ne Jacke dabei… Der ganze Abend wurde noch sehr lustig, Jernej hatte mal wieder eine Magic Box mit hausgebranntem dabei, wir sangen Lieder am Feuer, aßen Würstchen am Spieß und gegrillte Steaks mit selbstgemachten Soßen und tranken in Maßen. Die Gespräche wurden in vier Sprachen geführt: Slowakisch, Englisch, Deutsch und Italienisch. Ja wirklich! Wir hatten einen echten Italiener namens Alessandro dabei, und da drei Slowakinnen und ich auch Italienisch konnten, wechselten wir immer mal wieder dazu. Es war schon lustig, wie die Sprachen generell wechselten, und plötzlich redete ich mit dem Dominik Englisch… 😀 Als Jernej irgendwann merkte, dass ich schwächelte, fing er an, mich fürsorglich zu bemuttern, so dass ich in regelmäßigen Abständen ein Glas seines (übrigens sehr guten) Slivovickas trinken musste, um die Bakterien abzutöten…

Der Biker… (ach ne, ist nur ein Fake) links Petra, hinter mir Nolff, unten Eva

In der Nacht schlief ich sehr gut, nur als ich am nächsten Morgen geweckt wurde, kam ich nicht so richtig auf Tour. Ich hatte mein Bett total durchgeschwitzt, mein Kopf schien jeden Moment zu platzen und Schüttelfrost hatte ich auch. Aber auf die slowakischen Mädels war natürlich Verlass. Erst bekam ich das Frühstück ans Bett gebracht, dann ein paar Paracetamol dazu, mit der genauen Anweisung, wann die zu nehmen seien und die strikte Order, den Tag über im Bett zu bleiben, damit ich abends wieder Partyfähig wäre. Ja, Tante Stanka… Jernej blieb aus Solidarität (oder doch zu viel Magic Box?) auch mal mit einem dicken Kater im Bett, so dass wir beide eine Bergwanderung mit hinreißender Aussicht (s. ganz oben), Mittagessen auf dem Gipfel und Besuch im Wildgehege verpassten.

Diese liebliche Bergwanderung habe ich leider verpasst

Abends ging es mir dann wirklich wieder soweit ganz gut, so dass ich mit den Anderen erst das Eishockeyspiel Slowakei-Norwegen (3:0) sah, und mich dann auch auf ein oder zwei Bierchen im nahen Pub überreden ließ. Dort war erst einmal gar nichts los, bis irgendwann gegen 23h der lokale DJ mit seiner Clique ankam, und ordentlich Krach machte. Na ja, DJ… aber es reichte für ein so anspruchsloses Publikum wie uns, so dass wir schließlich sogar auf Tischen und Bänken tanzten. Ich spielte mit Jernej und zwei Dorfschönheiten noch ein bisschen Billard, und verabschiedete mich dann aber recht früh, so gegen eins vom Geschehen, um nicht auch den letzten Tag zu verpassen.

Auch exotische Tiere aus Litauen gab es wohl zu sehen

Sonntag ging es dann erst in eine stillgelegte Silber- und Goldmine, durch die wir von einem ehemaligen Kumpel geführt wurden, und mittags schließlich auch nach Banska Stiavnica, wo sinnigerweise sonntags die Schlösser und Museen geschlossen sind. So begnügten wir uns mit einem Spaziergang durch das wirklich schöne Städtchen und einem sehr konfusen aber wie immer äußerst leckerem Mittagessen in einem Biergarten, bis wir nachmittags dann wieder die Heimreise antraten.

hm… Bilder von Sonntag fehlen noch – also erst mal Stanka Samstag Abend

In der Nacht auf Montag schwitzte ich das Fieber dann endlich komplett aus, so dass ich jetzt endlich wieder vollkommen fit bin. Ach ja, einen kleinen Tanz in den Mai hatten wir auch. Wir trafen uns Montag Abend mit ein paar Leuten von der Fahrt erst im Hot Shot (Kneipe) und dann im 80ies (Tanzkneipe). Im letzteren hatte ich meinen ersten Absinth-Cocktail hier in der Slowakei. Ne, sorry… Cocktails können die Slowaken nicht. Der in Florenz war zwar doppelt so teuer, dafür aber mindestens dreimal so gut…