Der Italiener in mir

Gestern war ein ruhiger Tag. Der bewölkte Himmel hatte mich davon abgehalten, ins Schwimmbad zu fahren. Ich würde gerne ein bisschen mehr Kultur machen, aber die unendlich langen Schlangen vor den Museen und Palästen halten mich davon ab. Teilweise muss man bis zu vier Stunden (Uffizien) warten, bis man hinein kommt und selbst in jeder kleinsten Kirche noch muss man Eintritt zahlen. Und da spielt es auch keine Rolle, ob man morgens schon um acht da ist, oder erst nachmittags um zwei geht. Die Florentiner sagen, dass das wirklich das ganze Jahr über so ist, und man Geduld haben muss, wenn man sich etwas angucken will. Na, ich habe immerhin schon die Boboli-Gärten, ein paar Kirchen und die Villa Stibbert gesehen. Und die anderen Gebäude sind von außen ja auch schon ziemlich beeindruckend.

Gestern bin ich jedenfalls zu Hause geblieben, habe ein bisschen am Computer geschrieben und mein gemütliches Bett ausgiebig mit dem „Rad der Zeit“ und meinem Rollenspiel genossen. Abends waren wir dann wie angekündigt Menas Geburtstag feiern. Wir waren mit ein paar ihrer Freunde außerhalb von Florenz in einem Land-Gasthaus zur Cena. Eigentlich hatten wir draußen einen Tisch mit Florenz-Blick reserviert, aber die Italiener hatten Angst, dass es regnen könnte. Es waren ja auch ein paar Wolken am Himmel. Und Jacken hatten sie angezogen, denn außerhalb der Stadt ist es ja viel kühler, vor allem ein bisschen auf den Hügeln. Wir hatten ja auch nur noch 22 oder 23 Grad, das war schon sehr unangenehm… Ne ne, die Italiener, was soll ich dazu sagen?

Ich merke auf jeden Fall, dass ich immer Italienischer werde! Und woran? Am Essen natürlich. Ich trinke viel eher Wein als Bier, ich esse Brot während der Mahlzeit dazu, und mein Körper verlangt seit neuestem nach einem Teller Nudeln immer nach einem zweiten Gang… Sehr schockierend, das Ganze. Ich bin doch erst drei Wochen hier. Aber sein Blut kann man nicht verleugnen.

Nach der ausgiebigen Cena fuhren mich Mena und Lorenzo noch in die Stadt zum Fest der Associazione von Francesco. Das fand dank des regenfreien Abends diesmal komplett im Freien statt, und so konnten die Bands auch alle auftreten. Sie machten sehr stimmungsvolle Tanzmusik mit spanischen und arabischen Klängen, aber italienischen Texten. Unglaublich aber war: Die Italiener tanzten sogar. Das ist wirklich eher ungewöhnlich hier!

Danach ab ins Bett und heute wohl noch mal ins Schwimmbad. Die Wolken sind weg und wir haben wieder 35 Grad mit Sonnenschein. Sehr schön!

Und heute Abend heißt es wieder: „Auf geht’s Deutschland schieß ein Tor – schieß ein Tor – schieß ein To-o-or…“

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