{"id":433,"date":"2010-08-10T23:36:32","date_gmt":"2010-08-10T22:36:32","guid":{"rendered":"http:\/\/atvolution.de\/?p=433"},"modified":"2012-08-13T15:53:12","modified_gmt":"2012-08-13T14:53:12","slug":"am-strand-entlang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atvolution.de\/wordpress\/leben\/am-strand-entlang","title":{"rendered":"Am Strand entlang"},"content":{"rendered":"<p>G\u00f6hren ist klein und liegt auf einer gro\u00dfen Erhebung auf der Landzunge. Es gibt kaum eine ebene Stra\u00dfe, aber ich bin ja nicht Lauf-faul. Heute Abend wollte ich erst einmal den S\u00fcden erkunden, der im Gegensatz zum Norden noch relativ unber\u00fchrt geblieben ist. Im Norden gibt es laut Karte eine Promenade und einen F\u00e4hr-Anleger. Au\u00dferdem befinden sich dort ein Camping-Platz und die Endhaltestelle des legend\u00e4ren \u201eRasenden Rolands\u201c.<\/p>\n<p>Nachdem ich die 200m zum Strand herunter gelaufen war, entschied ich mich f\u00fcr den Westen, da im Ost schon schnell die Steilk\u00fcste beginnt. Barfu\u00df durch den Sand laufen hat schon was und es dauerte nicht lange und ich fing an, \u00fcber Gott und die Welt nachzudenken. In Gedanken versunken habe ich kaum meine Umgebung wahrgenommen. Ich erinnere mich an eine Ansammlung von Strandk\u00f6rben, ein Beach-Volleyball-Feld und ein paar in der Bucht liegende Boote. Hier und da vereinzelt ein paar Menschen. Am Nordstrand hat zu der Zeit bestimmt noch der B\u00e4r getobt.<\/p>\n<p>In der D\u00e4mmerung kam ich an einen Felsvorsprung, zu dessen Fu\u00df ein paar Angler mit ihren Bierdosen sa\u00dfen. Ich habe sie nett gegr\u00fc\u00dft und bin dann um die Felsen herum gegangen. Dort erwartete mich eine kleine Bucht, eher gesagt ein kleiner Bodden, der durch eine Landbr\u00fccke vom Meer abgetrennt ist. Ich beschloss, \u00fcber die D\u00fcnen auf die Stra\u00dfe zu gehen und auf dieser den Heimweg anzutreten, um schneller und vor allem noch vor der Dunkelheit wieder zu Hause zu sein. Mir fiel n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich auf, dass ich heute noch \u00fcberhaupt nichts gegessen hatte und bef\u00fcrchtete, dass die Restaurants ihre K\u00fcchen schon um 22 Uhr schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite der D\u00fcne lag ein kleiner Ferienort. Die Uhr zeigte viertel nach neun an und das Portemonnaie leider nur noch 4 Euro Guthaben. Da weit und breit keine Bank in Sicht war gab es dort also auch kein Abendessen f\u00fcr mich. Und zu meinem Entsetzen auch keine Stra\u00dfe, die nach Osten f\u00fchrte. Musste ich etwa wieder am Strand zur\u00fcck? Ich ging erst mal zur Hauptstra\u00dfe, die ins Inselinnere f\u00fchrte. Eine Bushaltestelle lie\u00df mich hoffen, aber der letzte Bus fuhr bereits um halb neun.<\/p>\n<p>An der Haltestelle hing daf\u00fcr eine Wanderkarte. Daran konnte ich ablesen, dass der Ferienort Lobbe hie\u00df, aber G\u00f6hren war nicht darauf verzeichnet! Wie weit war ich da eigentlich gelaufen? Google sagt 3,5km. Nicht schlecht\u2026 Zu meiner Erleichterung entdeckte ich auf der Karte auch, dass es einen Wanderweg parallel zum Meer gibt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/atvolution.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/G\u00f6hren-Lobbe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-436\" title=\"G\u00f6hren-Lobbe\" src=\"https:\/\/atvolution.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/G\u00f6hren-Lobbe.jpg\" alt=\"\" width=\"805\" height=\"659\" srcset=\"https:\/\/atvolution.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/G\u00f6hren-Lobbe.jpg 805w, https:\/\/atvolution.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/G\u00f6hren-Lobbe-300x245.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 805px) 100vw, 805px\" \/><\/a><\/p>\n<h6>Von G\u00f6hren nach Lobbe sind es 3,5km &#8211; zum Gl\u00fcck gibt es einen Weg parallel zur K\u00fcste<\/h6>\n<p>Sofort machte ich mich auf und wanderte so z\u00fcgig, wie es meine Flip-Flops erlaubten nach G\u00f6hren. Der Wanderweg entpuppte sich als ausgebaute Anwohnerstra\u00dfe, die an diversen Ferienwohnungsanlagen mit eigenem Meeres-Zugang, einer Klinik, einem Sportplatz und einem Museums-Schiff vorbeif\u00fchrte.<\/p>\n<p>Um kurz nach zehn erreichte ich G\u00f6hren. Auf der Hauptkreuzung standen zum Gl\u00fcck gleich zwei Geldautomaten. Ich zog mir etwas Geld und lief die Hauptstra\u00dfe entlang. In den Restaurants sa\u00dfen noch genug Menschen, so dass ich mir keine Sorgen mehr machte. Beim Italiener, bei dem ich schlie\u00dflich einkehrte, musste allerdings erst der K\u00fcchen-Chef gefragt werden, ob er noch kochen mochte.<\/p>\n<p>Er mochte. Ich entschied mich f\u00fcr hausgemachte Ravioli mit H\u00e4hnchen und Champions. Was f\u00fcr ein Reinfall! Die Teigtaschen und das Huhn ertranken in Sahne und die Nudeln schmeckten nicht. Was f\u00fcr eine Schande. Ich h\u00e4tte doch ins Fisch-Restaurant gehen sollen, bin ja schlie\u00dflich am Meer. Aber der Hunger trieb\u2019s rein und ich lie\u00df nur die So\u00dfe auf dem Teller.<\/p>\n<p>Im Dorf-Diskokeller gab\u2019s eine 90\u2019s-Party. Lust h\u00e4tt ich schon gehabt, aber die M\u00fcdigkeit siegte. Morgen soll\u2019s Karaoke geben, das schau ich mir vielleicht mal an. Ich \u00fcberlegte kurz, ob ich mir beim Italiener noch eine Flasche Wein holen sollte, aber ich habe weder einen Korkenzieher noch Lust, so ein schlechtes Restaurant auch noch zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>So bin ich jetzt wieder auf meinem Zimmer und hab mir den Wecker auf kurz vor neun gestellt. Noch ein bisschen Lesen und dann schlaf ich bestimmt wieder schnell ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6hren ist klein und liegt auf einer gro\u00dfen Erhebung auf der Landzunge. Es gibt kaum eine ebene Stra\u00dfe, aber ich bin ja nicht Lauf-faul. Heute Abend wollte ich erst einmal den S\u00fcden erkunden, der im Gegensatz zum Norden noch relativ unber\u00fchrt geblieben ist. 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